Kann, muss aber nicht
29. April 2009
Dieser Stacheldraht könnte einen wirklich aufregen. Könnte, muss aber nicht.

Wieso aufregen? Sieht doch ästhetisch aus, so eine stachelige Grenze aus Metall, zwischen dem grünen Gras und dem strahlend blauen Himmel. Das gibt dem Bild doch erst das „gewisse Etwas“.
Wieder einmal eine Frage der Sichtweise. Es gibt immer etwas Schönes oder Positives, auch wenn es manchmal auf den ersten Blick in keinsterweise danach aussieht. Für manche Menschen ist es ein Leichtes, Pferdeäpfel in Gold zu wandeln, oder im tiefsten Müll „Diamanten“ zu finden. Einige Menschen aber sehen nur das, was ihnen Tag täglich die Stimmung mies macht und sie richtig herunterzieht. Ihnen steht regelrecht auf die Stirn geschrieben: Mein Name ist Herr/Frau Unzufrieden.
Ich würde mich freuen, wenn die Leute auf der Strasse und wo auch immer, dankbarer und achtsamer durch das Leben stapfen würden.
Also nochmal das Bild ansehen und…ist es nicht schön?
Filed in Grenzen, Verantwortung
Tags: Achtsamkeit, Dankbarkeit, Gefühle, Grenzen, Welt, Wertschätzung
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2. Mai 2009 at 11:37
@ Inga
mir fällt da ein Paar ein, dem ich gestern auf meiner Radtour begegnet bin. Es war wunderbares Wetter, Zeit für Zweisam radfahren, die Natur und die Luft und die Sonne genießen. Statt dessen nutzten sie ihre gemeinsame wertvolle Zeit um sich umher zu kommandieren und die UNzufriedeheit an sich gegenseitig auszulassen. Es traf mich sehr, diesen Wortaustausch und die Mimik mitzuerleben.
Bei deinen Worten denke ich an das Kind, welches voller Freude und tiefem Interesse die Welt entdeckt und erforscht, ohne zu werten. Alles ist wichtig und begeisternd. So ging es mir gestern auf meiner Radtour in und um Kappeln.
Grüße Dich
2. Mai 2009 at 11:53
Es war einmal ein Vater, der hatte zwei wunderbare Söhne, er liebte sie in ihrer Unterschiedlichkeit. Sie waren Zwillinge.
Dennoch war der eine immer sehr neidisch auf alles, was sein Bruder bekam. Immer waren die Spielsachen besser als seine. Schöner, wertvoller und interessanter.
Es war der Abend vor ihrem Geburtstag. Der Vater war dabei die Geschenke für Luis und Jonas einzupacken. Er hatte sich etwas ganz besonderes für beide überlegt.
Am nächsten Morgen als der Hahn sein erstes krähen von sich gab wachten die Brüder auf und machten sich gespannt und voller Vorfreude dran ihre Geschenke auszupacken. Luis entdeckte ein elektrisches Spielauto, eine Uhr und einen wunderschönen Drachen.
Jonas musste eine Weile suchen bis er seinem Geschenk auf die Spur kam. Es roch verdächtig. Mit einem Mal entdeckte er unter seinem Bett einen Sack mit einer roten Schleife. Als er ihn öffnete offenbarte sich ihm eine große Portion Pferdeäpfel.
Er wahr verdutzt. Derweil kam Luis in sein Zimmer und berichtete von seinen Geschenken. Natürlich war es schön ein Auto und all die anderen Dinge bekommen zu haben. Aber die BAtterie kann alle werden, die Uhr kaputt gehen und vorallem den Drachen musste er vor seinem Bruder schützen. Denn er war so wunderschön. Er mochte seine Geschenke nicht mehr leiden.
Jonas zeigte auch sein wundersames Geschenk. Den Sack voller Pferdeäpfel. Und war so erfreut und glücklich, denn irgendwo mußte es da ja dann ein Pony geben…….
3. Mai 2009 at 5:29
@ Christine
Die Geschichte ist schön. Ein stinkender Sack voller Pferdeäpfel zum Geburtstag zu bekommen ist ungewöhnlich…doch wie wertvoll, um seinen Neid zu verlieren und dankbar zu sein.
3. Mai 2009 at 8:01
@ Inga
eigentlich war der mit dem Auto, also Luis der Neidische. Der mit den Pferdeäpfeln sieht in vielem das Positive. Und der andere sieht, obwohl er tolle Geschenke bekommen hat, nur das Negative. Soviel zu den notorischen Pessimisten
4. Mai 2009 at 6:22
@ Christine
Interessant, dass ich das beim Lesen verdreht habe…Zum Thema Neid kann ich auch eine Menge erzählen.
Um meiner eigenen Wertlosigkeit nicht zu begegnen, lieber mit anderen vergleichen, was andere alles Besser können, und besseres haben. Besonders der Neid unter Frauen.
4. Mai 2009 at 12:51
Na dann bis Freitag.
Am Besten ist es sich zu vergleichen, ja denn ein Haar findet sich immer in der Suppe… Und dann den ganzen Focus auf das Haar und der Tag ist so richtig versaut. Gut ist dies auch um sich von den wirklich schönen Dingen im Leben ab zu halten, die einem ja begegnen könnten, die aber vielleicht nicht auszuhalten sind. Und die man ja auch gar nicht verdient hat. Denn bei so viel Wertlosigkeit kann ein geschenktes Lächeln eines anderen Menschen ja nur gespielt sein. Und wieder hat die innere Kritikerin bestätigt was man ja sowieso schon wußte…. Ich tauge zu nichts.
Sich so richtig reinzusteigern hat manchmal auch sein Gutes, denn ich merke dann erst wie komisch das ist und wie unrealistisch und so komme ich wieder in mein positives Wertgefühl.
Wollen wir uns mal richtig schön vergleichen am Freitag?
Ich freu mich.