Besenkammer wird zum Blumenaltar
Noch nie habe ich so deutlich erlebt, wie mir eine Hand gereicht wird. Und zwar an die Schwelle, die ich aus Angst nicht allein überschreiten kann oder geschweige denn selbst bewusst fühlen kann. Christiane hat mich in meiner Aufmerksamkeit um 180° „gedreht“. Eine Ausrichtung in eine Haltung der Wertschätzung.
Meine Studienzeit bekommt plötzlich einen anderen Wert. Alles steht in einem anderen Licht. Das Gelernte, all die Zeit intensivster Studiererei sehe ich aufeinmal völliger Gelassenheit und Leichtigkeit. Vorher war es behaftet mit Anstrengung und Schwere. Endlos theoretische Kopfarbeit, ausschließlich. 5 Jahre Studium waren einfach weggestellt. In die Besenkammer, wo niemand hinkommt, hinschaut und alles leblos einstauben kann.
Die Besenkammer hat sich verwandelt. In einen Altar voller Blumen, Blüten und Früchten. Meine Zeit an der Universität wächst zu einem standfestem Untergrund, der mich trägt und auf dem ich stehen kann. Ich bin völlig überrascht, denn alles war einfach da. Zum Greifen nah.
Ich bin sehr dankbar für die gereichte Hand.

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Schön wie du es schreibst; deine Worte schlagen in mir Saiten an, die ich, glaube ich, selbst so „erfühlt“ habe. seit Monaten gehe ich durch alle denkbaren Gefühle von Angst, Wut, Unverständniss und vielem mehr. Alleine meine Sehnsucht nach dem „Dahinter“ und eben diese Hände helfen mir auf dem Weg zum Verstehen, zum Wertschätzen, zur Liebe.
Durch und mit Hilfe dieser Hände habe ich Räume in mir selbst entdeckt die ich nicht mal kannte und alleine auch nie betreten hätte. mein keller (deine besenkammer?) verwandelt sich langsam mehr und mehr in ein schloss in dem ich vertrauensvoll wohnen darf/kann. danke.
@Stefan
Was du schreibst trifft genau, wie ich plötzlich durch Wertschätzung eine Besenkammer verwandeln kann. So wie dein Bild vom Keller zum Schloss, wunderbar!!! Sich in einem Schloss einzurichten ist bestimmt schön. Soviel Platz nur für dich und deine verborgenen Schätze…
Ja, ja, die Besenkammern.
Im Augenblick bin ich dabei die diversen Kammern meiner Wohnung zu entrümpeln und mich von altem Ballast zu befreien. Du bist am Sortieren und Wertschöpfen – damit deine eigene Spur sichtbar wird. Ich bin am Loslassen und Verabschieden – damit Raum und Platz für das entsteht, was durch mich wirken will. So geht jeder von uns mit seinen Besenkammern genauso um, wie es seinem Lebensalter entspricht. Genau in meiner Zeit zu sein ist für mich ein Hochgenuß…
@ Christiane
Während all der verschiedenen Lebensphasen hat jeder so seine unterschiedlichsten Besenkammern. Ich finde es faszinierend, dass jedes Alter entsprechende Freiräume einfordert: durch Entrümpelung und Sortieren kommt Wandlung und Neues. Wohl das ganze Leben lang…
@christiane
als ich vor einem jahr aus einem rießigen Haus mit nur einem einzigen Pferdeanhänger ausgezogen bin, habe ich dieses entrümpeln ganz bewusst mehrere wochen/monate gelebt. jeden anhänger den ich weggebracht, verschenkt, losgelassen habe, habe ich als große Erleichterung wahrgenommen. was mir wirklich wichtig war, mich ausmacht hat dann nur noch einen ganz kleinen physischen Raum benötigt. Und es hat viel Platz gegeben für neues, vor allem in mir.
@Inga
ein schöner gedanke, dass durch entrümpeln wandlung entsteht und das in jedem alter. da klingelt etwas in mir…..
@Stefan
Ich erlebe immer wieder, dass es mir mit den Jahren immer mehr darum geht, alles wieder los zu werden, was ich so über die Jahre angesammelt habe.
So entsteht in mir Freiraum für die Unmittelbarkeit, die nur auf einem dicken Fundus von Erfahrungen wachsen kann.
@Christiane
Wenn in dir Freiraum für Unmittelbarkeit wächst, weiß ich wieviel Weisheit deine Erfahrungen in sich tragen. Ich freue mich, davon lernen zu dürfen.