Dieser Junge ist aus der Wald-und Strandkindergruppe, in der ich zur Zeit arbeite. Er fragte mich gestern: “Wieso werden Kinder eigentlich Kinder genannt?” Ich war überrascht und erstaunt, antwortete:” Naja, weil sie erstmal Kleiner sind als die Erwachsenen.”
Diese Frage ist für mich sehr wertvoll, denn welchen Unterschied gibt es zwischen Kindern und Erwachsenen? Kinder haben die Welt noch zu entdecken, Erwachsene stehen in der Welt.
Die Welt aus der Sicht eines Kindes eröffnet völlig neue Türen. Die Welt ist plötzlich ein Spielplatz und kein Arbeitsplatz. Jeder Moment birgt eine Fülle in sich, niemand fragt nach einem Sinngehalt.
Mir zeigen die Kinder wie ich die Welt entdecke, obwohl ich schon in ihr stehe. Und dabei steht an erster Stelle die Lust und der Spaß.
Für mich ist der Unterschied zwischen Kindern und Erwachsenen schwer zu besprechen. Also eine sehr berechtigte Frage.

Als ich meiner Tochter eine Hawaiianische Tempelmassage gegeben habe, um mich noch zu üben – fragte ich meine Tochter nachdem ich fertig war, wie sie die Massage empfunden hätte?.
Antwort:” manchmal hast du zu feste Massiert, ich bin schließlich noch klein und ich bin noch ein Kind”.
Mein Kinder haben mir oft aus ihrer Sicht Hinweiße fürs Leben gegeben, auf die Erwachsene nicht kommen. Ja wir stehen im Leben, aber die Kinder kommen daher – wo wir wieder hinwollen.
Zurück in unseren Körper und mitten ins Herz.
Du wirst jetzt viel entdecken über dich, wenn du mit den Kindern zusammen bist. Ich freue mich sehr darüber, das die Kinder dich erleben dürfen – das wird eine Spur hinterlassen bei ihnen.
Hallo,
wenn wir mal großzügig ausser acht lassen, dass unsere Sprache ohnehin nur eine schwächliche Brücke ist. Würde ich denken das der Hauptunterschied zwischen Kindern und Erwachsenen vor allem in der Wahrnehmung wie Umsetzung der Begriffe „Verantwortung“ und „Pflicht“ besteht.
Vor rund 100 Jahren hat ein 15 jähriger Junge in Deutschland schon hart gearbeitet und u.U. eine „Frau“ mit Kind versorgt. War dies ein Kind in unserem heutigen Sinn?
Eine uns bekannte Schuldirektorin hat unseren Zweitjüngsten (er war damals 10) gefragt, wann für ihn die Kindheit vorbei sei. Er sagte O-Ton: „Mit dem Kindergarten. Da musst Du regelmäßig hin, auch wenn Du nicht willst.“
Andererseits gibt es sehr viele „Erwachsene“ die weder Pflicht noch Verantwortung (aner)kennen, leben oder umsetzen.
Wir haben uns schon vor Jahren entschlossen sie intern „Nachwuchs“ zu nennen. Ich denke das trifft es eher und ist nicht so abhängig von der aktuellen Kultur.
Gruß
@ Michael Kostic
danke für diese Sichtweise. Der Aspekt der Verantwortung ist sehr wichtig. Wie früh Kinder Verantwortung übernehmen, obwohl sie vielleicht noch garkeine Lust dazu haben.
@ Inga Oltersdorf:
Mich hat die Aussage damals auch überrascht und sehr nachdenklich gemacht. Interessant daran ist auch das wir damals in einer (recht kopflastigen) Gruppe darüber diskutierten, was denn nun „Kindheit“ sei und wann sie wohl wirklich aufhöre
Die Rektorin machte dies damals übrigens auch noch am Alter fest. Sprich Schlag 18!
Für mich war dies ohnehin immer recht variabel. Für mich ist Nachwuchs „relativ“ erwachsen wenn er dazu im Stande ist:
Einen Plan zu fassen und dessen Umsetzung so geschickt zu betreibt, dass die von diesem Plan Betroffenen (bzw. in ihn Integrierten), ihn erst erkennen wenn er seinen Zweck bereits erfüllt hat.
Mancherlei Nachwuchs beherrscht diese Kunst schon in sehr jungen Jahren
Kleiner Spass mit „Kind“ am Rande:
Meine Vorletzte war gerade drei geworden und leider reichlich gierig nach Süßkram und vor allem Eis. An einem Tag nach dem Mittagstisch erwartete Sie noch eine Süßspeise. Als ihr klar wurde das es diese wohl nicht mehr gäbe, ging sie in ihr Zimmer zum Spielen. Da wir Großen uns natürlich nicht beherrschen konnten, wurde sehr leise Eis am Stiel verteilt. Zu unser aller Überraschung kam sie plötzlich in den Essraum (offensichtlich um nach zu schauen, warum es so still war). Sie sah gerade noch wie einer unserer Freunde etwas in den Mülleimer warf (den Holzstab) und sich hastig den Mund mit einem Tuch abwischte. Sie fragte regelrecht lauernd:
„Hast Du da gerade ein Eis gegessen?“
Er: „Äh, nein. Das war kein Eis sondern ein Fischstäbchen…“
(Die mochte Sie damals nicht)
Sie: „Oh, na gut. Ich hätte auch gern so ein Fischstäbchen!“
Ich denke das Eis hat sie sich redlich verdient
Gruß